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Die Geschichte hinter anto

Foto: Karl Kronfeld
5. August 2026 durch
anto team

Vom Kiteboard zum Startup 

Die Geschichte hinter anto

Jedes Produkt hat seine Geschichte. Alles begann im Jahr 2019 mit einem einfachen Problem: Wie lässt sich Kiteboard-Ausrüstung mit dem Fahrrad transportieren, um die besten Windbedingungen und abgelegene Spots zu erreichen?


Die verfügbaren Lösungen bedeuteten oft eingeschränkte Flexibilität und Kompromisse, an die sich viele einfach gewöhnt hatten. Anstatt diese ebenfalls hinzunehmen, machte sich Karl auf die Suche nach einer besseren Lösung.


Es folgten Jahre voller Prototypen, Tests, Rückschläge und unzähliger Verbesserungen, die schließlich zu anto führten. Dies ist die Geschichte hinter dem Produkt – und der Ingenieursmentalität, die es möglich gemacht hat.


Wir haben uns mit Gründer Karl zusammengesetzt und mit ihm über diesen Weg gesprochen: von den ersten Prototypen über überraschende Erkenntnisse aus Kundengesprächen bis hin zu den Erfahrungen, die er beim Aufbau eines Unternehmens gesammelt hat.



„Egal, was du tust: Du wirst immer etwas richtig und etwas falsch machen.“
— Karl Kronfeld



Wie ist anto entstanden?


Karl: Alles begann mit einem Problem, das ich selbst erlebt habe. 2019 hatte ich beim Kitesurfen Schwierigkeiten, meine Ausrüstung mit dem Fahrrad von einem Spot zum nächsten zu transportieren. Ich wollte einen Gepäckträger, der länger und stabiler war als alles, was es damals gab – also beschloss ich, selbst einen zu bauen.





Was wolltest du entwickeln?


Karl: Das Ziel war, einen Gepäckträger zu entwickeln, der sperrige Sportausrüstung sicher transportieren kann. Gemeinsam mit Kollegen baute ich den ersten Prototypen als Machbarkeitsnachweis. Wir wollten herausfinden, ob ein Fahrradrahmen größere Lasten hinter der Hinterachse sicher tragen kann.

Über 1.000 Stunden flossen in Konstruktion, Fertigung und Tests, um das ursprüngliche Konzept kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Einer der größten Durchbrüche kam übrigens durch einen Freund. Er schlug vor, den Gepäckträger ausziehbar statt dauerhaft lang zu gestalten. Diese eine Idee machte ihn im Alltag deutlich praktischer.


Für wen hast du das Produkt entwickelt?


Karl: Anfangs war ich überzeugt, dass Kitesurfer unsere Hauptzielgruppe sein würden. Als wir die ersten Prototypen auf Messen präsentierten, machten wir jedoch eine überraschende Entdeckung: Familien zeigten deutlich mehr Interesse als die Sport-Community.

Außerdem trafen wir viele Radfahrerinnen und Radfahrer, die sich die Transportkapazität eines Lastenrads wünschten, ohne gleich ein komplett neues Fahrrad kaufen zu müssen. Das war eine entscheidende Erkenntnis. Statt das Fahrrad zu ersetzen, kann man es einfach aufrüsten.


Hattest du von Anfang an einen Businessplan?


Karl: Nicht wirklich. Das Projekt begann als technische Herausforderung und nicht als Geschäftsidee. Mein Fokus lag zunächst darauf, die bestmögliche technische Lösung zu entwickeln.

Erst als funktionierende Prototypen existierten, begannen wir zu prüfen, ob es tatsächlich einen Markt dafür gibt. Im Rahmen des Workshop-Programms des BPW und mit Unterstützung von Pauline Neuholz entstand schließlich auch ein Businessplan.


Die Präsentation des Produkts auf der Eurobike 2024 bestätigte uns, dass viele Menschen genau dasselbe Problem hatten, das ich Jahre zuvor selbst erlebt hatte.


Woher kommen deine besten Ideen?


Karl: Meistens nicht aus der Werkstatt.

Beim Schwimmen, Kitesurfen, Foilen, Radfahren oder wenn ich Zeit am Meer verbringe, entstehen oft die besten Gedanken. Ich habe gelernt, dass gute Ideen selten auftauchen, wenn man sie erzwingen will. Sie entstehen, wenn man entschleunigt und neugierig bleibt.


Was war die wichtigste Erkenntnis auf diesem Weg?


Karl: Wir haben gelernt, dass Produktentwicklung im Grunde aus einer langen Reihe kleiner Rückschläge besteht. Wir haben Fertigungswerkzeuge neu entwickelt, Produktionsprozesse verbessert und festgestellt, dass erfolgreiches Crowdfunding bedeutet, schon lange vor dem Kampagnenstart eine Community aufzubauen.


Warum hast du Edelstahl gewählt?


Karl: Über viele Jahre hinweg haben wir gelernt, welcher Edelstahl sich im langfristigen Außeneinsatz am besten bewährt.

Mein Ziel war es, ein Produkt zu entwickeln, das Jahrzehnte hält und nicht nur wenige Jahre. Lediglich einige kleine, austauschbare Komponenten sollen bei Bedarf gewartet oder ersetzt werden.

Während die meisten Fahrradgepäckträger aus Aluminium, Stahllegierungen oder herkömmlichem Stahl bestehen, setzt anto bewusst auf Edelstahl – aufgrund seiner hervorragenden Korrosionsbeständigkeit und seiner langfristigen Zuverlässigkeit.


Wer hat anto aufgebaut?


Karl: Viele Menschen.

anto ist das Ergebnis einer gemeinsamen Zusammenarbeit von Ingenieur*innen, Forschenden, Studierenden, Herstellern, Marken- und Marketingexpert*innen, Startup-Berater*innen, Freunden und unzähligen Menschen, die ihre Erfahrungen mit uns geteilt haben.


Einige der besten Verbesserungen entstanden schlicht dadurch, dass wir Menschen zugehört haben, die auf ihrem Gebiet mehr Erfahrung hatten als ich.


Was bedeutet Nachhaltigkeit für dich?


Karl: Für mich bedeutet Nachhaltigkeit weit mehr als die Wahl der richtigen Materialien.

Es geht darum, Menschen dabei zu helfen, mehr aus dem Fahrrad herauszuholen, das sie bereits besitzen. Anstatt ein vorhandenes Fahrrad durch ein neues Lastenrad zu ersetzen, können Radfahrerinnen und Radfahrer ihr bestehendes Fahrrad aufrüsten. Das verlängert dessen Lebensdauer und reduziert Abfall sowie unnötigen Konsum.


Diese Philosophie spiegelt den grundsätzlichen Anspruch von anto an nachhaltige Mobilität wider.


Zum Schluss: Was kommt als Nächstes für anto?


Karl: Wir entwickeln weiterhin praktische Zubehör-Lösungen, die den Transport im Alltag mit dem Fahrrad einfacher machen.

Dazu gehören unter anderem ein am Fahrradständer für stark beladene Fahrräder, verbesserte Befestigungssysteme sowie neues Zubehör, das gemeinsam mit unseren Partnern entwickelt wird. Einige dieser Produkte entstehen in Zusammenarbeit mit
FAHRER Berlin. 


Was möchtest du Gründer*innen sowie euren Kund*innen mit auf den Weg geben?


Karl: Ein Satz hat sowohl das Unternehmen als auch meine persönliche Herangehensweise während der gesamten Reise begleitet:

„Egal, was du tust – du wirst immer etwas richtig und etwas falsch machen.“


anto steht eigentlich nicht für einen Fahrradgepäckträger.

anto steht dafür, echte Probleme mit durchdachter Ingenieurskunst zu lösen, aus Fehlern zu lernen und Produkte zu entwickeln, auf die sich Menschen viele Jahre verlassen können.​